Freitag, 4. Juni 2010

Potzberg!!! Wie Protz nur ohne "errr"

Ob es eine gute Idee war, mit unserem Laufkollegen H.(der auch als Triathlet funktioniert)und dessen Frau B.eine sonntäglich-frühnachmittags-Rennradtour auf den Potzberg zu starten... ich weiß nicht.
Morgens mit dem Lauftreff eine 10km Tour gelaufen. Inklusive, meinerseits, Stolpern über eine Wurzel. Infolgedessen eine abrupte Streckung meiner Achillessehne, was diese nicht sonderlich witzig und sinnvoll empfand. Achilles an Oberhalb, also mich: "Das kannst du mit mir nicht machen, da spiel ich nicht mit!" Beleidigt, sich zurückziehend, versagt mir der griechiche-distale Teil, die Mitarbeit an sinnvoller (sprich joggender) Beendigung dieses Sonntagmorgensausfluges. Also die Reststrecke gehenderweise bewältigt. Am obligatorischen Stammtisch kommt irgendwann die Frage auf, dass ich nicht so gut drauf wäre wie sonst. Wie soll ich das, wenn diese blöde Sehne sich wie ne Diva benimmt und mir bei jeder Gelegenheit eine sinnvolle Zusammenarbeit verweigert.

14 Uhr ist als Startpunkt in Reiskirchen mit Rennrädchen zur Tour auf den Potzberg geplant. Schaffen wir. Diesmal treffen wir auf Anhieb nicht nur die richtige Hausnummer, sondern auch die passende Straße. Los geht es auf die für uns neue Strecke. Wir Mädels vorweg und nach 3 Kilometern ist unser Führer nicht mehr dabei. Toll so schnell haben wir den abgehängt...Hinter der Ampel warten wir, und warten und warten. Da tut sich nix. Mein Männe erbarmt sich zurückzufahren...und was war der Grund für die Kontaktprobleme von H.: er war gleich auf den ersten 500 m auf dem Radweg über Glas gefahren und hatte platt. Mit neuem Schlauch auf zu neuen Herausforderungen. Der Ausblick auf B.'s schön geformten Wadeln, lässt mich erahnen, dass diese nicht durch Extremcouching geformt wurden. Sondern, dass dieses Bodystyling schon sportlicher Betätigung bedurfe. Warmfahren der Reifen und der Muskulatur anhand kleinerer Berge. Hoch und runter durch die schöne Pfalz. Zu meiner Entschuldigung, dass ich das schwächste Weibchen heute bin kann ich nur anführen, dass ich schon 10 Laufkilometer in den Beinen habe...gilt aber nicht wirklich!!
B. wundert sich über mich, weil ich über den Gegenwind usw. meckere: "ich dachte immer du bist glücklich wenn du Sport machst egal wie anstrengend und du würdest dich nie beschweren."
"Falsch, ich kann jammern auf hohem Niveau und oft auch schon im Voraus und auf Vorrat!!" aber Hallo...

H.: "So ab jetzt geht es stetig bergan, wenn ihr noch was trinken wollt, Energieriegel einwerfen usw., hier ist die Gelegenheit noch mal aufzutanken "...Auf geht's immer bergan. Gipfel noch lange außer Sichtweite, hab ich schon alle Gänge meines Rädchens aufgebraucht.
Meine Frage an B.: "Sind deine kleinen Gänge auch schon alle???"
Wo ich doch so gerne an den kleinen Gängen spare, da es ja immer noch schlimmer kommen könnte und ich hätte nichts mehr zum Zusetzen, so wie jetzt.
B.: "Ja!!"
Alle Gänge verbraucht und noch so viel vom Berg übrig...und immer steiler.

Meint mein Gatte: "Den Berg kannst du auch im Wettkampf hochlaufen, wenn das hier nicht reicht!!!"
Bin doch nicht ganz bescheuert, das hier muss reichen. Aber jeder Berg hat mal ein Ende und ich bin auch an meinem ebensolchen angelandet. Zufrieden wird der Isodrink geschlürft ein Müsliriegel vertilgt. Wir genießen das herrliche Panorama. Guggen einheimischen eleganten Greifvögeln und amerikanischen plumpfetten Touris bei der Futterjagd zu...
Die Abfahrt in Tal ist der pure Genuss. Da wird mir erst so richtig die Länge der Aufwärtsgurkerei bewußt. Bin ich ein Held. In Rehweiler im Biergarten eines alten Bauernhauses mit ausgebauter Scheune im herrlichen Sonnenschein, genießen wir noch ein alkoholfreies Weizenbierchen und auf geht's in Richtung Heimat...

70 Kilometer und etliche Höhenmeter zieren für heute mein Trainingskonto.