Montag, 26. April 2010

bösartige Plastiktüten greifen mich an

Damit es nicht so stupide nur Asphaltwege lang geht, such ich mir auf dem Heimweg von der Arbeitsstelle, mit meinem Mountainbike, schon gern die schönen Waldwege aus. Die landschaftlich, federgabelig und reifenprofilmäßig mehr Herausforderungen bieten. Auch gerne die vom letzten Sturm umgeworfenen Stämme umfahren, was mal wieder etwas die Technik des Geländefahrens schult.

Meine Hände waren vor einer Woche, nach halbjähriger Fahrradabstinenz noch völlig schaltungsentwöhnt. Nach einer ersten Wiedereingewöhnungsradtour sind mir und meinen Fingern wieder alle Schalthebel bezüglich ihrer Nutzung und Wirkung auf Kettenblätter und Kette vertraut.

Aber noch will ich mir und dem weißen Müsingrädchen noch keine Singletrails und andere schwierige Passagen zumuten. Die Softversionen der Waldwege sind mir also willkommen. Kurz bevor ich die Straße nur an der Ampel kreuze, lauert am Wegesrand eine dünne zerzauste Plastiktüte. Eine Tüte der Gestalt wie sie in der Gemüseabteilung zum einpacken von:



- Salaten: immer zu knapp/klein/eng. Was entweder bedeutet den feuchten/schmutzigen Salat auf den Händen zu balancieren, oder in Salat-Origami-Falttechnik zu arbeiten, der dann zwar verpackt, aber total zerzauselt zu Hause ankommt



- beim Einpacken von Strauchtomaten regelmäßig durch Kontakt der Stiele zerreißt



- einen Blumenkohl gewichtsmäßig nicht aushält und ebendiesen auf den Boden plumsen lässt



....jedenfalls, das heimtückische bösartige Plastik-Teil springt im Vorbeiradeln das hintere Teil meines Rades an, spickt sich auf die Zahnräder und wickelt sich wunderschön und vor allem ohne jedes Geräusch um mehrere Ringe rum. So ausgestattet schafft es mein Rad, aufrechten Ganges, nur bis zur Hälfte des Rad/Fußüberweges. Was mich ausgerechnet auch noch geritten hat die Schuhe in die Pedale einzuklicken ist mir auch noch schleierhaft.
So strafte mich die Kombination aus Plastikschutz-umwickelten-Zahnrädern mit in die Pedale-verbissenes-Radschuhwerk und schnell-rüber-solange-Grün-ist-Hektik mit einem satten Abgang in die Horizontallage. Schäm Schäm. Aber die Pedale wollten einfach meine Schuhe nicht freigeben, die Kette konnte nicht das Plastikverhüterli penetrieren und die Ampel wollte nicht ewig grünen.



Mich und Rädchen vom Asphalt aufgeklaubend, das Plastikscheißerchen aus den Zähnchen zupfend, die gaffenden Autofahrer ignorierend, mache ich mich und mein Rädchen um einige Schrammen reicher auf den Restheimweg